Tag 28 – Frisches Geschirr

Ameisen können auch langweilig sein. Deren Besitzer können aber auch zu ungeduldig sein. Letzte Woche noch im Protein-Rausch, geht es nun deutlich ruhiger zu. 

Gelegentlich kommt mal eine raus, dreht eine Runde und kehrt zurück in die Röhre. Ich habe mal ein Blick in das Reagenzglas geworfen. Die Viecher hängen verstärkt an der feuchten Watte. Gegenüber ein paar Körner die sie in das Nest eingetragen haben. 

Heute ist das neue Geschirr eingetroffen. 2 Tränken sowie 4 Futternäpfe. Das ganze frisch aus China für 5,50€. Mit diesem Betrag belaufen sich die Investitionen auf bisher 105,60€.

Wer wissen möchte welchen Schnick-Schnack ich dafür gekauft habe, klickt hier. Klingt viel? Ich habe jedoch schon mehr Geld für, weniger sinnvolle Dinge, in kürzerer Zeit ausgegeben.

Tag 20 – Protein-Rausch

Vor dem Kauf der Ameisen habe ich recht viele Informationen eingeholt, wie die Sippe zu halten ist. Dabei habe ich vollkommen ausgeblendet, dass es am Anfang nicht viel zu sehen gibt.

Die Königin reproduziert sich erst lustig weiter wenn sie sich wohl fühlt. Das ständige nachsehen ob es allen gut geht, ist kontraproduktiv. So war das bisherige Highlight das zubauen des Reagenzglases.

Gelegentlich konnte man eine Arbeiterin, ab und zu auch zwei gleichzeitig beobachten. Dies jedoch nur von kurzer Dauer, dann waren sie wieder verschwunden.

Ich habe heute eine paar kleine Heimchen organisiert. Diese habe ich fachmännisch in den Kyroschlaf in meinem *** Insekten-Hotel bei -18 Grad versetzt.

Nach dem die Heimchen sich akklimatisiert hatten, habe ich ein Exemplar heraus genommen. Das Heimchen habe ich kurzzeitig zwischen meinen Fingern erhöhten G-Kräften ausgesetzt. Das Heimchen habe ich dann etwas vom Nest entfernt abgelegt.

Es dauerte nicht lange und es haben sich bis zu vier Arbeiterinnen sehen lassen um sich mit dem Heimchen beschäftigen. Höchste Priorität schien der Transport in das Nest zu sein.

Ich kann mir gut vorstellen, das die Teile noch nie Proteine in Reichweite hatten.

Die Ameisen und ich sollten aus der Situation mit einem positiven Eindruck heraus gehen. Präzise habe ich den kleinen Bleistift entfernt. Von diesem Moment an hatte das Nest direkten Bodenabschluss.

Nach etwa 45 Minuten was das Heimchen in der Röhre verschwunden. Diesen Artikel ziert der Videobeweis im Zeitraffer. So weit scheint es der Belegschaft gut zu gehen. Mal sehen wieviele sich das nächste mal in die Schlacht stürzen.

Abschließend habe ich festgestellt: Ich brauche Futter mit besseren Kontrast zum Boden.

 

 

Tag 13 – Ameisenbrot für Einsteiger

In der Arena ist nicht viel los. Die üblichen beiden Verdächtigen lassen sich von Zeit zu Zeit außerhalb des Reagenzglases sehen. Bei der heutigen Einsicht habe ich ein paar weisse Krümel gefunden die vor drei Tagen noch nicht vorhanden waren.

Zuerst dachte ich es sei Schimmel. Es stellte sich heraus, das es sich um Ameisenbrot handelt. Die Viecher knacken die Samen und zermatschen den Inhalt zu einer Masse die sie verzehren.

Die Heizmatte ist noch nicht angekommen. Nach dem sie eine Woche überfällig ist, schrieb ich den Verkäufer an. Dieser bat mich meine Adresse zu überprüfen. Ich antworte ihm, das sie korrekt ist. Die Adresse spielt bisher auch noch keine wirkliche Rolle, da das Trackinglabel das er übermittelt hatte, noch nie einen Scanner gesehen hat. Damit konfrontiert bot er an, es erneut zu senden. Ich lehnte dank PayPal-Schutz dankend ab. So viel Aktion für eine 8€ Heizmatte.

Tag 9 – Temperatur Boost

Die erste Woche ist vergangen. Die Anzahl der Arbeiterinnen ist gleich geblieben. Sie haben noch ein paar Samen bekommen und ich habe das Reagenzglasnest verdunkelt. Soweit ich es sehen kann sind alle Tiere agil und produktiv.

Gestern habe ich ein Thermometer in das Formicarium gegeben, Ergebnis: 19 Grad. Für diese Version der Ameisen zu kalt. Diverse Quellen beschreiben, dass sie die besten Ergebnisse um die 25 Grad erzielen.

Daher steht die Box nun über dem Lüftungsschlitz meines Kühlschrankes. Jetzt ist die Temperatur so um die 24.5 Grad. Eine 3 Watt Heizmatte ist bestellt.

In der Arena lassen sich gelegentlich ein bis zwei Arbeiterinnen sehen. Sie haben innerhalb der letzten Tage eine beachtliche Menge an Sandkörnern in dem Reagenzglas gesammelt. Sie haben stellenweise bis zu vier fünftel des Durchmessers zugebaut.

Hier noch ein paar Bilder:

Tag 1 – Hallo Welt

Hallo, heute ist es soweit. Das Messor Barbarus Volk zieht in seine vorläufige Behausung. Es handelt sich um eine 5L transparente Plastikbox eines schwedischen Einrichtungshauses. Wer diese nicht im Möbelhaus kaufen möchte kann dies auch bei meinem Händler machen. 

Beim Einrichtungshaus kann man sie für knapp 2€ erstehen, oder wie bei mir vom Ameisenhändler für knapp 5€ verkaufen lassen. Der ganze Zauber hat 43€ gekostet. Die Sendung ist gut verpackt am nächsten Werktag per gelben Boten zugestellt worden. Lediglich eine Arbeiterin lag tot im Reagenzglas.

Soweit ich es erkennen konnte, waren bereits ein paar Eier vorhanden. Diese wurden immer wieder quer durch das Reagenzglas getragen.

Da die Ameisen noch nicht an Licht gewöhnt sind, habe ich 80% des Reagenzglases abgedeckt.

Als Starterkit habe ich mir folgendes zusammen gestellt:

  • Messor Barbarus, Volk mit 7 Arbeiterinnen
  • 5L Plastikbox
  • 500g Lehm-Sandgemisch
  • 100g Samen
  • Edelstahlwolle
  • kleine Tränke
  • Futterjelly (bestehend aus Kohlehydraten und Protein)